Es gibt verschiedene Arten von Verschlüssen für Wein. Naturkorken, Dreh- und Schraubverschluss, Glasstöpsel, Kunststoffverschluss und Presskorken. Aber welcher ist der beste?

Naturkorken, Drehverschluss oder doch lieber Glasstöpsel?

Zum einen gibt es die Naturkorken, die aus der Rinde der Korkeiche gewonnen werden. Die Bäume aus denen der Naturkorken gewonnen wird sind erst nach einem Alter von 45 Jahren für die Produktion von Flaschenkorken geeignet. Nach jeder Schälung sollten 10 Jahre vergehen, damit die Rinde regenerieren kann. Aufgrund der steigenden Nachfrage wurde der Schälzyklus oft unterschritten. Bei der Produktion waren viele Hersteller nicht mehr sorgfältig genug um durch Kork ausgelöste Weinfehler zu vermeiden. Durch vermehrte Auftreten dieser Fehler sah sich die Weinbranche nach Alternativen um. Der Naturkorken gilt seit Jahrhunderten als idealer Verschluss für Weine.

Dann gibt es Dreh- und Schraubverschlüsse. Erste Versuche zeigten, dass der Wein, der in Flaschen mit Drehverschluss war schneller oxydierte. Die herkömmliche Dichtung verhinderte nicht den Sauerstoffzutritt bis man die Zusammensetzung des Deckels änderte. Die guten Drehverschlüsse heute besitzen eine Kappe aus Aluminium- Legierung und eine Einlage was die Dichtheit des Schlusses garantiert.

Eine andere Alternative wäre der Glasstöpsel. Diese Verschlussart erinnert sehr stark an Whiskykaraffen. Der Unterschied ist, dass der Stöpsel einen Plastikring besitz, damit kein Sauerstoff in die Flasche gelingt. Damit der Glasstöpsel fest sitzt wird eine Zinn- oder Plastikkapsel über ihn gestülpt, die leicht zu entfernen ist und man keinen Korkenzieher oder ähnliches benötigt.

Ist die billigere Variante genauso gut wie die teure?

Kunststoffverschlüsse sind vor allem bei günstigeren Weinen verbreitet. Er lässt sich zusammenpressen und verschließt den Flaschenhals auslaufsicher lässt aber noch einen minimalen Luftaustausch zu. Der Kunststoffverschluss scheint für eine längere Flaschenlagerung nicht optimal geeignet zu sein.

Zum andern gibt es noch den Presskorken. Das ist die preislich günstigere Variante zum klassischen Naturkorken. Bei der Produktion werden Korkpartikel oder – granulat mit Bindemittel zusammengehalten und zur Form eines Korkes gepresst. Bei der Produktion können Korkfehler auftreten. Es ist nicht auszuschließen, dass die Bindemittel auf Dauer eine geschmackliche Beeinträchtigung verursachen. Bei einer moderneren Variante werden an beiden Enden echte Scheiben Naturkorken befestigt und der Wein kommt nur mit dem Naturkorken in Berührung.

Ist der Naturkorken am besten?

Eigentlich ist der Naturkorken am besten. Aber die Naturkorken sind sehr häufig nicht geruchsneutral und mit TCA (Trichloranisol) kontraminiert, was sich letztendlich in einem muffigen beziehungsweise korkigen Geschmack des Weines bemerkbar machen kann. Für Weine mit langer Lagerzeit ist der Naturkorken besser, weil so der Sauerstoffaustausch optimal stattfinden kann. Für Weine, die nicht so lange gelagert werden, sind die neuen Verschlussarten sinnvoller.

Probiert und entscheidet selbst, was Eurer Meinung nach der beste Verschluss für den Wein ist. Testet den Riesling trocken vom Weingut Anlag-Nichterlein mit Naturkorken und den Sandsteinterrassen Riesling trocken vom Weingut Heußler mit Drehverschluss.